Der Wunsch nach Erkenntnis, sie l(i)ebte ihn, Marie Curie

Von: Timea Hiller

Marie,-so nennt sich die gebürtige Polin später-, Curie. (7.11.1867-4.7.1934)

Als außergewöhnliche Person, Physikerin, Frau, Mutter und Nobelpreisträgerin gräbt sie echte Spuren in die Wissenschaftswelt.

In der Pechblende findet sie einen strahlenden Rückstand. Sie weiß es noch nicht. Doch sie legt die wertvolle Grundlage für die Entdeckung von gleich zwei chemischen Elementen, die später Radium und Polonium genannt werden! Als Frau nimmt sie extreme körperliche Anstrengungen in Kauf, um die Stoffe, die sie entdeckt, weiter zu isolieren. Sie benötigt zum Beispiel EINE TONNE Abraum aus dem Bergbau, die sie aus Wien bekommt. Sie arbeitet mit gefährlichen Stoffen, giftigen Gasen unter höchst primitiven Bedingungen, der Armut geschuldet.

Sie hantiert im Hof oder in einem Schuppen, über den sie selbst schreibt: „…ein Bretterbaracke mit asphaltiertem Boden und einem Glasdach…“,“… es gab keine Abzugsrohre für die Versuche, bei denen schädliche Gase frei wurden…“ Sie zweifelt, forscht jahrelang intensiv, wiederholt hunderte Male ihre Messungen. Ihr Ehrgeiz wird belohnt.

Radioaktivität, so nennt Marie die rätselhafte Strahlung, die ein schwarzes Mineral in ihrem Labor aussendet. Mit ihrem Ehemann Pierre Curie wird sie Mitentdeckerin der natürlichen Radioaktivität. Dafür erhalten die beiden, gemeinsam mit dem französischen Physiker Antoine Henri Becquerel, im Jahre 1903 einen kostbaren Preis, den Nobelpreis für Physik. Acht Jahre später wird Marie Curie für die Entdeckung des chemischen Elements Radium mit einem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet.

Gleichzeitig wird sie weltberühmt, was ihr nicht immer angenehm erscheint. Die Menschen interessieren sich nun auch für ihr Privatleben. Den zweiten Heiratsantrag von Pierre Curie hatte sie angenommen. Am 19. April 1906 gerät Pierre Curie unter die Räder eines Lastfuhrwerkes und stirbt noch am Unfallort. Marie trifft der Verlust schwer. Sie führt ein Tagebuch und hält mit ihrem toten Mann Zwiesprache.

In der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität gibt man ihr Verantwortung, die zuvor ihr Mann, Pierre Curie, innehatte. Sie wird die erste Frau, die an der Sorbonne lehrt. Zwei Jahre später, am 16. November 1908 wird ihr die ordentliche Professur für Physik übertragen. 1914 eröffnet sie in Paris ein eigenes Institut. So leidenschaftlich macht sie weiter. Im ersten Weltkrieg stattet sie einen mobilen Röntgenwagen aus. Um diesen zu fahren, macht sie ihren Führerschein.

Nach dem Krieg forscht sie in ihrem Institut mit Tochter Irène an ihrer Seite. Auch diese wird später erfolgreich sein. Sie und ihr Mann finden die künstliche Radioaktivität.

Noch heute beeindruckt Marie mit ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen, ihrem unermüdlichen Einsatz für Forschung und Gesellschaft sowie ihrem starken, zielstrebigen Charakter. Sie vereint diese Eigenschaften, den mächtigen Ehrgeiz, sich in der Wissenschaft zu beweisen und den riesigen Drang nach Erkenntnis.

Marie Currie, eine hervorragende Wissenschaftlerin, deren Idee in der Familie weiter getragen wurde. Respekt!

Quellen: Welt, Digital, 6.11.2017, Norbert Lossau, Das Geheimnis der Radioaktivität, ARD Mediathek, 03.12.2016, Bayerischer Rundfunk, Marie Curie – Ein Leben gegen alle Widerstände, Brigitte Röthlein (aus „Akademische Karrieren von Naturwissenschaftelrinnen, Springer Verlag), Wikipedia, Bild: Pixabay, frei verwendbar